Über unsUnser HausSpeisenkartePartyserviceWeinkarteWeinweltZimmer

Nationalteam der Spitzenköche

Der absolute kulinarische Kick
Deutschlands Spitzenköche hatten nur auf dem Spielfeld Mühe gegen MLP-Mannschaft

Von Ingrid Thoms-Hoffmann
Heiligkreuzsteinach. Spektakel in der Odenwaldgemeinde. Auf dem brandneuen Super- Kunststoffrasen trat das Nationalteam der Spitzenköche gegen eine Auswahl des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP an. Doch bei diesem Fußballspiel zählte allein der olympische Gedanke. Die Kochschürzen verloren 2:6 – gewannen dafür aber auf ihren ureigenen Feld.
Als das Nationalteam vor Jahren nach Bonn reiste, um gegen die Mannschaft des Bundestages anzutreten, da mussten sie ihre Maultaschen noch selbst mitbringen. Schon
damals waren die Bundeskassen des Theo Waigel leer, dafür bewies sich der Bayer als
wackerer Kicker auf dem Fußballfeld. Weit weniger schwäbisch-spartanisch, aber sicher
genauso kämpferisch ging es jetzt in Heiligkreuzsteinach zu: Eine Auswahl von Deutschlands Spitzenköchen traf auf die sportlichen Jungs des Heidelberger Finanzdienstleisters MLP. Und das gut eingespielte MLP-Team ließ sich nicht in die Suppe spucken. Sterneköche hin oder her. Auf dem Fußballfeld herrschen andere Regeln als an der Bratpfanne. Wer hier mehr Pfeffer hat, gewinnt. Dabei wirkten die Köche keineswegs
lahm. Aber gutes Essen hinterlässt bei dem ein oder anderen doch seine kiloschweren
Spuren. Allerdings klarer Vorteil für die Köche. Die Temperaturen im Odenwald entsprachen mehr denen in einer aufgeheizten Restaurant-Küche als denen in einem vollklimatisiertem Büro. Half alles nichts. Die dynamischen Vorstände von MLP und ihre Jungs versalzten den kulinarischen Kickern kräftig die Suppe. Insgesamt gehören 70 fußballbegeisterte Spitzenköche aus ganz Deutschland dem Verein an. Mitspielen darf nur,
wer mindestens einen Stern im Guide Michelin oder eine vergleichbare Bewertung aufweisen kann, erläutert Initiator Wilfried Hurst. Der ehemalige Direktor des Landesinstitutes für Schulsport verweist nicht ohne Stolz auf seine prominenten Mitglieder. Harald Wohlfahrt ist dabei und Johann Lafer. Als Ehrenmitglieder halten u.a. Dieter Hundt, früherer Arbeitgeber-Präsident, und Peter Müller, Ministerpräsident des Saarlandes, schützend ihre Hände über die sportlichen Köche, die seit 1996 gemeinsam kicken und
einhellig bestätigten: Das schönste an solch einem Fußballspiel ist doch die ,,dritte
Halbzeit“. Die genossen sie – und zwar länger als schlappe 45 Minuten – im Ortsteil Eiterbach im ,,Goldenen Pflug“ bei den Gebrüdern Heß.
Und während Christian Heß auf dem Rasen versuchte die sportliche Ehre der Kochmützen
zu verteidigen, legte sich Bruder Joachim nicht weniger schweißtreibend am Herd ins Zeug. Was dabei herauskam: ein exquisites Menü für beide Mannschaften. Dafür gab`s die ,,Ehrenpfanne der deutschen Köche“ und obendrauf den Zuckerguss von Eugen Bucher, Vorstand der MLP AG. Der bescheinigte den kickenden Köchen zwar enormes Durchhaltevermögen, bekannte aber ganz offen: ,,Dieser Sieg war Balsam auf die geschundene Seele von MLP.“ Jeder wusste was er meinte und einer der Meister am Herd ergänzte ganz selbstlos: ,,Nach diesem Sieg geht es sicher mit den Aktienkursen rasant nach oben. So jung und kämpferisch wie die Heidelberger sind, kann nichts schiefgehen.“ Weil die Laune gut, der Ball immer noch rund, die Vorfreude auf das Essen riesig und das ganze eh ein Benefizspiel war, zeigten sich die Herren spendabel. 500 Euro gaben die Köche für die Heiligkreuzsteinacher Fußballjugend und 1000 Euro kamen von MLP.
Das begeisterte wiederum den Bürgermeister der 3100 zählenden Gemeinde, Karl Brand, der sich aber auch nicht länger von Kokusnuss-Kräutersülze, Hummer-Vanillesoße, Loup de Mer auf Gänsestopfleber, Lammrücken aus dem Rotweinfond auf Artischockenboden
abhalten lassen wollte. Dazu spendierte Christian Heß aus seinem Weinkeller köstliche
südafrikanische Weine. Das war ,,Balsam“ für die ausgetrockneten Kehlen der tapferen,
unerschrockenen Spieler. Weit nach 24 Uhr waren sich Köche und ,,Bürohengste“ einig:
,,Wenn im Pflug gegessen wird, dann sind wir alle wieder dabei.“ Wird noch ein bisschen
dauern. Denn die Weltmeisterschaft der Köche findet im nächsten Jahr im Raum Stuttgart
statt.