WM der Spitzenköche
1. Fußball-Weltmeisterschaft der Spitzenköche in Stuttgart
Goldener Pflug übernimmt anspruchsvolles Catering
Im Prinzip sind sie ganz normale Freizeit-Fußballer. Irgendwann lange vor dem Schlusspfiff geht Teilen der Mannschaft die Puste aus. Nicht jeder Pass kommt an, nicht jeder Schuss findet das Ziel. Und auch die Kochkünstler pflegen typische Fußballrituale: die Diskussion mit dem Schiedsrichter zum Beispiel oder den extravaganten Jubel nach dem Tor. Das alles läuft bei der 1. Fußball-Weltmeisterschaft der Spitzenköche genauso ab wie auf tausenden anderen Sportplätzen Tag für Tag.
Einen feinen Unterschied gibt es dann aber doch: Die Sportplatz-Wurst oder Pommes findet man auf der Stuttgarter Festwiese nicht. Standesgemäß werden Spieler und Zuschauer versorgt. Pastete vom Hirschfilet auf Apfelchutney gefällig? Oder Lauch-Schinkenparfait auf Linsen-Senfsoße?
Nur zwei von vielen kulinarischen Köstlichkeiten, die den Gaumen kitzeln sollten.
Zugegeben: Mit dem anspruchsvollen Catering konnten die Fußball-Künste der kickenden Köche nicht mithalten. Der Vergleich tut den Küchen-Virtuosen aber auch Unrecht. Von einem Fußball-Profi würde beim Dribbling um die Kochtöpfe auch niemand ein exquisites Füng-Gang-Menü erwarten.
Den Umgang mit dem ungewohnten Arbeitsgerät Ball beherrschten die Franzosen am besten.
Sie gewannen das Endspiel souverän mit 3:0 gegen Österreich. Das deutsche Team musste sich mit Platz drei zufrieden geben. Im kleinen Finale hatte Holland mit 0:1 das Nachsehen.
Bitter für Deutschland: Die Mannschaft kassierte im gesamten Turnier nur ein Gegentor. Das ausgerechnet bedeutete die 0:1-Niederlage im Halbfinale gegen Österreich.
Und dieses Tor sorgte für heiße Diskussionen in der Halbzeit der Vorschlussrunden-Begegnung. Ex-Profi Peter Assion hatte einen Freistoß aus 30 Metern direkt verwandelt.
Der Protest aus dem deutschen Team folgte prompt. Irgendwo in den Tiefen des Regelwerks für die WM hatten die Verantwortlichen der verschiedenen Nationen verankert, dass ehemalige Berufskicker zwar mitspielen, aber keine Tore schießen dürfen. Spitzenköche sind eben kreativ - das macht auch vor Fußballregeln nicht halt. Am Ende aufgeregter Gespräche siegte die Vernunft. Das deutsche Team zog seinen Protest zurück, das Tor zählte und Österreich zog ins Finale ein.




